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Mehr Leben

Dr. Robert Anzeneder im Gespräch mit Bayernhochsechs

ANZ143Dr. Robert Anzeneder ist Vorsitzender des Freundeskreises des Museums DASMAXIMUM in Traunreut. Im Berufsleben ist er seit Februar 2003 Schulleiter am Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut. Zuvor war er  viele Jahre lang im Auslandsschuldienst in Bolivien und Malaysia tätig. Außerdem hat sich der Oberstudiendirektor einige Jahre mit der Produktion von Bildungsmedien am FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht befasst.

Welche Bedeutung hat zeitgenössische Kunst für Sie?

Mich regt moderne Kunst zum Nachdenken an, sie liefert oft spannende Assoziationen und weckt Emotionen. Ein Besuch im Maximum ist für mich auch Streßabbau und so komme ich oft für eine halbe Stunde ins Museum und genieße meine Lieblingsbilder.

DASMAXIMUM verfügt ja über eine sehr hochrangige Sammlung zeitgenössischer Kunst, an der viele größere Städte sicher außerordentlich interessiert wären. Wie kommt die Sammlung in Traunreut und Umgebung an?

DASMAXIMUM ist noch recht neu, aber die Besucherzahlen nehmen stetig zu, insbesondere Schulen und junge Menschen nutzen die Angebote des Museums. Potential für mehr Bekanntheit und Verankerung in der Region ist da, daran arbeitet der Freundeskreis. Und natürlich ist es hilfreich, wenn Politiker den Nutzen einer solchen Sammlung für das Image des Standortes Traunreut erkennen.

Warum ist das Museum eigentlich Kunstkennern auf der ganzen Welt ein Begriff, aber in der Region recht unbekannt?

Wie gesagt, DASMAXIMUM steht noch am Anfang und die Bedeutung von Heiner Friedrich und seiner Arbeit als Galerist, Sammler und Mäzen ist bei vielen in der Region noch nicht deutlich angekommen. Wir arbeiten mit Presse, Schulen, Kooperationen und Events daran, dem Museum mehr Bekanntheit zu verschaffen.

Welche Unterstützung erfährt das Museum durch die Politik?

Der frühere Landtagspräsident Alois Glück ist Gründungsmitglied und auch der Bürgermeister von Burghausen ist Mitglied in unserem Freundeskreis. Ansonsten fördert die Stadt Traunreut das Museum und unterstützt unsere Arbeit. In der Region könnten sich sicher noch mehr Politiker für die Sammlung engagieren, denn schließlich ist das ja auch Teil der Standortqualität und eine große Attraktion für den Tourismus.

Wie können Unternehmen von dem Angebot von DASMAXIMUM profitieren?

Kulturförderung sollte für Unternehmen erstrangig sein, denn Kultur ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität einer Region. Die natürlichen Attraktionen wie Seen und Berge sind sicher einzigartig, aber reichen in Zeiten eines wachsenden Fachkräftemangels als Anziehungspunkte nicht mehr aus. Die Auseinandersetzung mit Kunst ist für Mitarbeiter oft eine schöne und spannende Gelegenheit, Kreativität zu entwickeln. Gleichzeitig ist das Maximum ein kulturelles Aushängeschild für die Region und hat sicher mehr Engagement seitens der hier ansässigen Unternehmen verdient.

Wer unterstützt DASMAXIMUM derzeit?

Die Firma Brüderl ist ein sehr aktiver Unterstützer des Freundeskreises, ebenso Alzmetall, Brückner,  Hartl aus Palling und die Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut. Wir haben rund 100 Unternehmen der Region per Brief dazu eingeladen, dem Freundeskreis beizutreten, die Ergebnisse dieser Aktion werden wir im Herbst vorstellen.

Welche Projekte sind im DASMAXIMUM in diesem Jahr noch geplant?

Im September wird eine weitere Ausstellungshalle mit Arbeiten von Blinky Palermo und Walter de Maria eröffnet. Das ist ein absolutes Highlight, denn damit kommen weitere Werke von Weltrang nach Traunreut. Die Mitglieder des Freundeskreises werden Gelegenheit haben, die neue Halle noch vor der offiziellen Eröffnung zu besichtigen.

Im Herbst setzen wir unser schönes Projekt „KunstWortKunst“ fort. Die Gewinner werden dann im Januar 2016 prämiert.

Und zum Jahresende zeigt die städtische Galerie Rosenheim dann eine Warhol-Ausstellung, die komplett mit Arbeiten aus der Sammlung von Heiner Friedrich und der unseres Museums bestückt wird. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Kunst aus der Sammlung auch über Traunreut hinaus die Region bereichern kann.

 

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