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Mehr Leben

Chiemsee: Lebendiger See mit Wimpernfledermaus

Fotochiem1Der Chiemsee ist der „Lebendige See des Jahres 2014“. Der Titel wird jährlich anlässlich des Weltwassertags am 22. März von der Umweltschutzorganisation Global Nature Fund (GNF) vergeben. Der mit fast 80 Quadratkilometern drittgrößte See Deutschlands sei ein wichtiges Rückzugsgebiet für viele bedrohte Wasser- und Watvogelarten, heißt es bei der Umweltschutzorganisation: Bis zu 30 000 Wasservögel überwintern und rund 3000 brüten hier. Der Chiemsee und seine Umgebung sind Lebensraum für eine artenreiche Fauna und Flora. Hier wurden 47 Orchideenarten, 58 Libellenarten, 148 Arten Brutvögel und weitere 150 Vogelarten nachgewiesen, die auf dem Vogelzug den See nutzen. 19 Fledermausarten kann man am Chiemsee entdecken, darunter die besonders seltene Kleine Hufeisennase oder die Wimpernfledermaus. Auf Streuobstwiesen des Chiemgauer Unterlandes ziehen selten gewordene Wiesenbrüter wie Bekassine, Kiebitz und Brachvogel ihren Nachwuchs groß. An den Ufern des Sees und den angrenzenden Wiesen zirpt und schwirrt eine große Vielfalt an Heuschrecken, Schmetterlingen, Wanzen und Zikaden. Besonders eindrucksvoll ist die Blüte der Sibirischen Schwertlilien im Mai und Juni, die am Chiemsee die größten Bestände Mitteleuropas erreichen.

Der Chiemsee entstand wie viele Voralpenseen nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren als Ausschürfung eines Gletschers. Damals bedeckte der heute größte See Bayerns die dreifache Fläche. Die Sedimente der Zuflüsse Tiroler Achen und Prien verkleinerten über die Jahrtausende den See auf seine heutige Größe.

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