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Mehr Unternehmen

Fachkräftegipfel für Südostoberbayern – Gemeinsam attraktiv

Maßnahmen gegen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel in Südostoberbayern sind eine Gemeinschaftsaufgabe über Landkreisgrenzen hinweg.

Burkhard Riering beim Fachkräftegipfel Südostoberbayern in Traunstein

Foto Axel Effner

Unser erster Fachkräftegipfel für Südostoberbayern, den wir gemeinsam mit dem tollen Team der Agentur für Arbeit in Traunstein organisieren durften, war ein Erfolg. Rund 70 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wirtschaftsförderung – darunter der Unternehmer Thomas Eberl, Inhaber der Spedition Eberl, der Geschäftsführer von MBM Maschinenbau, Dr. Wolfgang Friedrich, Klaus Kamhuber, Leiter Personal und Kommunikation der BASF Construction Solutions GmbH, der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner sowie der Leiter der IHK Geschäftsstelle Rosenheim, Wolfgang Janhsen nahmen an der Veranstaltung teil. Einige Erkenntnisse geben wir hier verkürzt wieder.

Keynote-Speaker Burkhard Riering, Chefredakteur der Deutschen Handwerks Zeitung, macht am Beispiel von drei Geschichten zum Thema ältere Mitarbeiter, Integration von Asylsuchenden und dem richtigen Umgang mit jungen Menschen mit schulischen Defiziten deutlich, dass es trotz des demographischen Wandels und der damit verbundenen Verknappung von Arbeitskräften immer noch Möglichkeiten für die einzelnen Betriebe gibt, dem Fachkräftemangel engagiert und kreativ zu begegnen. Gerade in diesen individuellen Möglichkeiten seien, so Riering, die kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber den eher schwerfälligen Großbetrieben im Vorteil.

Foto Axel Effner

Foto Axel Effner

Die von Gerd Maas geleitete Podiumsdiskussion begann mit einer Bestandsaufnahme der Fach- und Nachwuchskräftesituation der Region. Hier stand auch die von der IDW Traun/Alz initiierte Befragung von Jugendlichen im Focus, die ein erschreckend hohes Informationsdefizit in Hinblick auf die in der Region gebotenen Berufs- und Karrierechancen offenbart hat. Jutta Müller, die Vorsitzende der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit Traunstein, war sich mit allen Diskutanten einig, dass diese Erkenntnisse auch in konkretes Handeln münden muss, hier sind Unternehmen, Politik, Medien, Schulen, Agentur für Arbeit und Eltern gleichermaßen gefragt.

 

 

Bessere Vermarktung der Planungsregion 18 als Wirtschaftraum

Die anwesenden Unternehmer Irene Wagner, Geschäftsführerin PSM Protech und Georg Senftl, Geschäftsführer ViscoTec, beschrieben die wachsenden Herausforderungen, die Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern mit sich bringen. Hier wurde immer wieder auch deutlich gemacht, dass die Region – trotz ihrer einmaligen wirtschaftlichen Struktur – zu wenig als attraktiver Wirtschaftsraum bekannt sei und zu viel auf ein touristisches Außenbild setze. Die Bedeutung des Tourismus wird in diesem Zusammenhang immer stark überschätzt: 90% der Wertschöpfung in der Region 18 kommt aus der Wirtschaft. Landrat Erwin Schneider hat in seiner Funktion als Vorsitzender des Planungsverbands versprochen, das Thema „Vermarktung der Region als Wirtschaftsraum“ auf die Agenda des Planungsverbands zu setzen. Da werden wir sehr genau aufpassen!

Foto Axel Effner

Foto Axel Effner

Deutlich wurde auch, dass die Nachwuchssorgen natürlich auch durch den ungebremsten Drang zur Akademisierung, falsche Vorstellungen von den realen Bedingungen in der Arbeitswelt und einem unübersichtlichen Angebot an Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten beeinflusst wird.

Aber neben allen gesellschaftlichen und regionalen Rahmenbedingungen, die ja auch für alle anderen Standorte in Deutschland zutreffen, gilt es, Lösungen für die Unternehmen in der sogenannten Planungsregion 18 zu finden. Hier regte Irene Wagner an, nicht immer nur darüber nachzudenken, wie innerhalb der Region Mitarbeiter gewonnen werden könnten, was in der Regel auch den Wettbewerb um Talente innerhalb der Unternehmenslandschaft verschärfe, sondern den „Kuchen“ zu vergrößern, in dem neue Zielgruppen auch außerhalb der Region und jenseits deutscher Grenzen gewonnen würden. Dafür müsse aber eben auch die Bekanntheit und Attraktivität der Region deutlich gesteigert werden.

Der Unternehmer Josef Daxenberger wies in seinem Statement darauf hin, dass der Mangel an geeigneten Mitarbeitern nicht ein abstraktes Problem sei, sondern mittelfristig dazu führen würde, dass Unternehmen Aufträge nicht mehr annehmen könnten. Er forderte alle Unternehmen und die Politik auf, mehr für die Mitarbeitergewinnung und die Attraktivität der Region zu tun, denn nur so ließe sich der Wohlstand der Region auf Dauer auch erhalten.

In seinem Grußwort zum Fachkräftegipfel schreibt der Bundestagsabgeordnete Tobias Zech: „Gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen unserer Region werden sich breiter aufstellen und Fachkräfte auf eine vielleicht bisher ungewohnte Art und Weise anwerben müssen. Dann sehe ich auch für unsere Region weiterhin ein hohes Potential an neuen Bewerbern.“

 

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