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Mehr Süden

Hofstub‘n Amerang – Slow Food aus der Region

Die Hofstub‘n in Amerang verkörpert das Prinzip Regionalität, Nachhaltigkeit und Genuss im Sinne des Slow Food Gedankens.

Enrico Spannenkrebs und Athanasios Angeloussis von der Hofstubn in AmerangWir treffen Athanasios Angeloussis und Enrico Spannenkrebs von der Hofstub‘n in Amerang Freitag nachmittags bei strahlendem Sonnenschein im Gastgarten des Restaurants. Die beiden sind bester Laune, denn „letztens waren wir erst gemeinsam Fußball spielen und ich muss sagen, die Talente von Herrn Angeloussis liegen nicht nur in der Küche, auch auf dem Rasen ist er ein Künstler“, freut sich Enrico Spannenkrebs. Die gute Stimmung untereinander ist sofort zu spüren und das ist wichtig, denn Teamwork zwischen Küche und Service ist immer ausschlaggebend für die Erfolge eines Restaurants. Aber darüber braucht man sich in diesem Haus definitiv keine Sorgen zu machen.

Athanasios Angeloussis ist seit der Eröffnung im Januar letzten Jahres in der Hofstub’n dabei. Nach Stationen bei Top-Adressen wie Marc Haeberlin oder dem Feinkost Käfer ist der griechische Franke die perfekte Besetzung für die Küche. Sein Counterpart, die Service-Koryphäe Spannenkrebs, kennt die Sternengastronomie wie kaum ein anderer. Hangar 7, Residenz Heinz Winkler und “Atelier” im Bayerischen Hof in München sind Stationen in seiner Vita.

Dabei geht es in dem kleinen Restaurant in Amerang gar nicht immer so sterneträchtig zur Sache. „Natürlich gibt es hier jetzt ganz andere Themen am Tisch, als beispielsweise in München. Aber das schließt sich doch auch gar nicht aus. Und ich freue mich jetzt wieder im Chiemgau zu arbeiten, schließlich lebe ich hier bereits über fünfzehn Jahre und liebe die Region“, erzählt der gebürtige Kaufbeurer Spannenkrebs.

die Hofstubn in AmerangBeide Gastronomie-Profis sind vom sehr individuellen Konzept der Hofstub‘n, das dem Einklang aus Regionalität, Nachhaltigkeit und Genuss im Sinne des Slow Food Gedankens entspricht, restlos überzeugt. Auf die Teller der Gäste kommen in erster Linie Produkte aus dem Restaurant zugehörigen Hofgut Weng. Dort gibt es Rinder der Rasse Murnau-Werdenfels, Wollschweine, Les Bleues Hühner und natürlich jede Menge Obst und Gemüse. Und was es dort nicht gibt, kommt von ausgewählten Produzenten aus der Region. „Die entdecken wir oft einfach durch Zufall, zum Beispiel mal bei einer gemütlichen Radtour durchs Land. Es gibt jedenfalls wirklich eine hervorragende Qualität hier.“ freut sich Angeloussis. „Natürlich ist es auch zeitaufwendig. Um alle Bauern abzuklappern, bin ich schon mal einen ganzen Tag unterwegs. Aber es macht auch wahnsinnig viel Spass und oftmals wird man auch kurzerhand zur Brotzeit eingeladen. Solche Angebote darf man einfach nicht ablehnen.“

Serviert werden Gerichte wie Spargel mit hausgeräuchertem Seesaibling, Wollschwein-Pflanzerl oder auch ein Wiener Salonbeuschel und Spinat-Schlutzkrapfen. Sonntags gibt es außerdem immer einen Braten. Mit dermaßen „naturnahen“ Produkten zu arbeiten ist oft eine Herausforderung und immer wieder aufs Neue ein Experiment. „Da habe ich beispielsweise ein Huhn, dessen Brustfleisch ist sensationell. Aber mit den Haxen weiss ich erst nichts anzufangen. Da muss man sich was einfallen lassen, improvisieren!“ erzählt Angeloussis. Dazu kommt, dass man die Leute oft erst wieder auf den Geschmack bringen muss. „Oft fragen mich Gäste, logo-hofstubnwarum ich an die Karotten nicht noch ein wenig Cumin oder Kurkuma gebe. Aber warum? Das Grundprodukt schmeckt doch schon hervorragend – weshalb sollte ich da den Geschmack noch zusätzlich verfälschen. Und sie werden lachen. Warum glauben sie, dass die Wartezimmer beim Zahnarzt immer so gut besetzt sind: die Leute haben verlernt zu kauen! Ja, auch gutes Fleisch gehört gekaut. Ein Tier, das im Freien gelebt hat, entwickelt Muskeln. Da erhält das Entrecote natürlich einen gewissen Biss.“ erläutert der Küchenchef.

Und genau dieses konsequente Konzept ist Grund dafür, dass das Restaurant, das in der Küche von Koch Thomas Senft und Küchenhilfe Anna sowie im Service von Sommelière Elissa Überacker unterstützt wird, nur an drei Tagen – freitags ab 17.30 Uhr, Samstag und Sonntags ab 11.30 bzw. 11.00 Uhr Uhr durchgängig – geöffnet ist und in den Wintermonaten geschlossen bleibt.

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