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Mehr Süden

iPlattl – Schuhplatteln goes never out of style

iPad2Schuhplatteln gehört weltweit zu den bekanntesten analogen bayerischen Ausdrucksformen. Der Traditionstanz, der bereits 1050 in einer Ritterdichtung als „Sprung und Handgebärde im Tanz“ beschrieben wurde, ist auch heute noch in vielen Vereinen lebendiger Teil der Kultur. Ab sofort sind der Verbreitung des Plattels keine Grenzen mehr gesetzt: Mit seiner App „iPlattl“ hat der Traunsteiner Entwickler Hans Breitenfellner den ersten digitalen Schuhplattel-Kurs auch für Menschen jenseits der Alpenregion vorgestellt. Damit reiht sich Breitenfellner in die Reihe der innovativen Unternehmer in unserem bayerischen Sämisch-Leder-Valley, denn mit Enziano, Serva Systems oder Spreadfilms entsteht hier gerade eine Gründer- und Jungunternehmerszene, die sichtbar für frischen Wind in der Region sorgt.

Zurück zu „iPlattl“: Einfacher war das Erlernen des Schuhplattelns noch nie: Die App „iPlattl“ bietet zu den sechs vorgestellten Tänzen anschauliche Videos zum Nachplatteln. Vorgeplattelt wird vom Lankes Lois, der langjährige Vorplattler des GTEV Eisenärzt. Zusätzlich ist die passende Musik, gespielt von Hias Schmid, zum jeweiligen Tanz auch noch ohne Bildmaterial hinterlegt. Damit ist das getanzte Schlagen der Hände auf die Schuhsohlen künftig an jedem Ort möglich. Der erste leichte Plattler „Häusei“ wird sogar in einzelnen Abschnitten in Zeitlupe und mit, die jeweilige Bewegungsrichtung erklärenden, Pfeilen vorgestellt und wird so auch für jeden Flachländer eine leichte Übung. Weitere Tänze sind der „Birkenstoana“, ebenfalls leicht,  die mittelschweren „Gau Plattler“ und „Amboss Polka“, sowie „Bergerer“ („Auerer“) und „Boaschneider“ („Lamberger“) für Plattl-Profis.

„Immer mehr junge Leute entdecken wieder das Platteln, aber die Plattler konnten bisher nur sehr traditionell in Vereinen erlernt werden. Ich will, dass mit meiner App, Menschen in der ganzen Welt und an jedem Ort das Schuhplatteln erlernen können“, erklärt Breitenfellner. Nach Angaben des Bayerischen Trachtenverbandes gibt es etwa 150 verschiedene Schuhplattlertänze in dem Gebiet zwischen Königsee im Osten und Bodensee im Westen, zwischen Donau im Norden und Tiroler Grenze im Süden.Zusätzlich gibt es regionale Unterschiede bei den Tänzen: So ist im südöstlichen Oberbayern, von Rosenheim bis Bad Reichenhall, mehr das exakte, strenge Schuhplatteln mit lautem Schlag und aufrechter Haltung üblich – so wie auch in der „iPlattl“ App gezeigt. Im Oberland und dem restlichen Südbayern wird dagegen das gemütliche Schuhplatteln auf dem Absatz und mit runderen, lockeren Schlägen praktiziert.

 

 

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