//
you're reading...

Mehr Unternehmen

Lehrstellen allein zu Haus

Bewerberdschungel-500x357Neben fehlenden Fachkräften haben die Unternehmen in Südostoberbayern eine weitere Mangelerscheinung: Auszubildende.  So sind in Kreis Rosenheim von 2.810 Ausbildungsstellen noch 1.710 unbesetzt und in den anderen Teilen unserer Region sieht es nicht besser aus. Für die fehlende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen gibt es unterschiedliche Gründe: Auf der Metaebene sorgt die Demografie grundsätzlich für weniger Nachwuchs. Auf der persönlichen Ebene vieler Jugendlicher ist ein Studium die bessere Alternative zur Lehre und bei den Unternehmen fehlt es häufig an der Fähigkeit, dem Nachwuchs die Stellen attraktiv und transparent schmackhaft zu machen.

Die Stellenanzeigen für Ausbildungsplätze sind ein Sprachreservat für Worthülsen aus den 70er Jahren, als der Auszubildende noch „Stift“ war und die Unternehmen sich vor Bewerbungen trotzdem nicht retten konnten. Liest sich beispielsweise so „Sie haben Ihren Schulabschluss bereits erfolgreich abgeschlossen oder stehen kurz davor?

Dann gehen Sie mit uns gemeinsam den nächsten Schritt in Ihre berufliche Zukunft“, na, wenn solche Texte nicht mitreißen. Und außerdem:  „den Schulabschluß erfolgreich abgeschlossen“ – Sprachkompetenz sollte auch in einer Personalabteilung eine Bekleidungsherstellers vorhanden sein.

Heute ist der potentielle Auszubildende so etwas wie der Yeti: Alle reden darüber, keiner hat ihn je gesehen. Allerdings ist die betriebliche Ausbildung eine wesentliche Säule bei der Qualifikation von Mitarbeitern, hier werden die Fachkräfte ausgebildet, die den Erfolg vieler Unternehmen garantieren. Wenn nun Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, wird damit das Wachstum Fachkräftelücke weiter befeuert. Aber was tun die Unternehmen, Politiker, Schulen und Bildungsträger dagegen – sehr wenig. Weder gibt es einen Plan für die große Zahl von Schulabbrechern und Jugendlichen ohne Abschluß , noch werden die jugendlichen in der Schule ausreichende über die Möglichkeiten des Berufseinstieg über eine Ausbildung aufgeklärt.

Für Unternehmen ist es daher enorm wichtig, die Ansprache von Azubis zu verbessern und über Kooperationen mit Schulen, IHK etc. Jugendliche zeitgemäß und deren Erwartungen entsprechend über die Möglichkeiten zu informieren, die ihnen eine Berufsausbildung bieten kann. Die ewige Klage über die schlechte Bildung und fehlende Fertigkeiten des Nachwuchses kann keiner mehr hören, hier sind die Unternehmen zu mehr Einsatz gefordert, schließlich macht sich ja auch kein 16jähriger Azubi über die fehlende Onlinekompetenz des Personalleiters in seinem Betrieb lustig.

Wie Wege in Beruf und Karriere verlaufen können, zeigt sehr schön die Plattform „Whatchado

Einen guten und informativen Webauftritt für seine potentiellen Azubis bietet das Mühldorfer Unternehmen ODU:

Bildschirmfoto 2014-04-06 um 17.07.27

Discussion

No comments yet.

Post a Comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *