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Mehr Unternehmen

Prechtl Engineering – Ein Mikroskop geht um die Welt

PrechtMeggIm vergangenen Oktober ging der Meggle-Gründerpreis an das Unternehmen Prechtl Engineering – allerdings nicht für die guten Leisten im Kerngeschäft des inhabergeführten Traunsteiner Unternehmens – sondern für eine ganz besondere Kooperation und ein herausragendes Engagement.

Denn der Unternehmer Jakob Prechtl hat in seiner Freizeit, gemeinsam mit einem Freund, dem HNO-Arzt Dr. Eberhard Biesinger, ein mobiles Operationsmikroskop entwickelt. Biesinger, der immer wieder ehrenamtliche Einsätze als Arzt im Ausland unternimmt, war der Motor für die Entwicklungsarbeit des Ingenieurs. Denn die Umstände, unter denen der Traunsteiner Arzt bei seinen Einsätzen selbst einfache Untersuchungen durchführen musste waren meist katastophal. Untersuchungsgeräte sind meist nicht vorhanden oder uralt und so wünschte sich Biesinger ein mobiles Mikroskop, das er auf seinen Einsätzen mitnehmen konnte.

Hier galt für Prechtl die alte Devise von Daniel Düsentrieb: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ und so entwickelte der Unternehmer in seiner Freizeit nach den Wünschen des Arztes eben ein portables Mikroskop. Der Mikroskop-Bau-Autodidakt informierte sich im Internet, suchte und fand gebrauchte Mikroskope, die weiteren Teile kaufte er bei Unternehmen aus der Region und die Montage des Gerätes übernimmt er selbst.

 

Vor vier Jahren ist der erste Prototyp entstanden und damit ein äußerst robustes Mikroskop, das auch unter schwierigsten Bedingungen funktioniert. Darüber hinaus ist das Gerät aus weltweit verfügbaren Standardkomponenten zusammengebaut, was die Ersatzteilbeschaffung erheblich erleichtert. Zwölf Kilogramm bringen der Transport- und Schutzkoffer mit Mikroskop auf die Waage, der Betrieb ist auch mit Autobatterien oder Solarpanels möglich. Mittlerweile fertigt Precht die vierte und stetig optimierte Version des Gerätes. Dank verschiedener Anpassungen ist Prechtls Mikroskop nicht nur für HNO-, sondern auch für Augenuntersuchungen und gynäkologische Untersuchungen geeignet.

Prechtl und Biesinger haben das Preisgeld des Meggle Gründerpreises dem Verein Eagle zur Verfügung gestellt, der bei der Anschafung des Mikroskopes unterstützt. Denn trotz aller freiwilligen und ehrenamtlichen Leistungen kostet ein Mikroskop immer noch zwischen 8.000 und 10.000 Euro.

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