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Mehr Unternehmen

Toni Meggle im Gespräch mit Bayernhochsechs

 

 

Portraitfoto TMDer MEGGLE Gründerpreis ist nicht nur eine vorbildliche Initiative zur Förderung des unternehmerischen Nachwuchses in der Region, er steht auch für verantwortungsvolle Unternehmenspolitik und gesellschaftliches Engagement des Vollblutunternehmers Toni Meggle.

 

Der MEGGLE Gründerpreis wird im Oktober zum vierten Mal verliehen und noch bis zum 10. Juli können sich Unternehmen, die vor mindestens drei bis maximal sieben Jahren gegründet wurden und die ihren Sitz in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Mühldorf oder Ebersberg haben, um die hoch dotierte Auszeichnung bewerben.

Wir von Bayernhochsechs hatten die seltene Gelegenheit den Inhaber der MEGGLE AG Toni Meggle, der sich selbst scherzhaft als Vorstandsassistent bezeichnet, in seinem Büro in Wasserburg am Inn zu treffen und ihm ein paar Fragen zu stellen.

 

Herr Meggle, mit dem Gründerpreis fördern Sie sehr gezielt junge Unternehmer aus der Region. Was ist Ihre Motivation?

Ich möchte mit dem Preis junge Unternehmen fördern, sie unterstützen und ermutigen. Ich blicke auf eine lange Geschichte als Unternehmer und weiß um die Herausforderungen und Widrigkeiten, denen sich gerade junge Menschen am Anfang ihrer Selbständigkeit stellen müssen. Daher ist der Preis auch ein Signal, um den Nachwuchs zu ermutigen, sein berufliches Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig verdient mittelständisches Unternehmertum mehr Akzeptanz und Respekt – dazu dient auch dieser Preis, der nicht nur Geld, sondern auch Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit für die Bewerber und Gewinner mit sich bringt. Der Gründerpreis soll anstecken – und zwar Jungunternehmer aber auch andere „gestandene“ Unternehmer, die mit eigenen Initiativen den Nachwuchs ebenfalls unterstützen können.

 

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Was hat Sie bei den Preisträgern und Bewerbern um den MEGGLE Gründerpreis bisher besonders beeindruckt?

Die Vielfalt der Ideen ist an sich schon preiswürdig. Die Jury kann ja immer nur eine vergleichsweise kleine Zahl von Gewinnern aus einer großen und ideenreichen Bewerberzahl auswählen. Aber hier zeigt sich Erfindergeist, Traditionsbewusstsein, Innovationskraft und viel Mut zum Risiko – das sind die Tugenden die wir für eine Gründungskultur und ein erfolgreiches Unternehmertum brauchen. Die Unternehmen, die wir ausgezeichnet haben, entwickeln sich beinahe schon beängstigend gut, der Ausfall „nur“ eines einzigen Preisträgers ist ungewöhnlich, denn Scheitern ist Teil unternehmerischen Handelns.

 

Sie besuchen „Ihre“ Preisträger regelmäßig?

Ja, im Jahr nach der Preisverleihung bin ich bei jedem einzelnen Unternehmen vor Ort, schaue mir die Betriebe an, höre den Gründern zu und gebe den einen oder anderen Ratschlag. Denn mit 84 Jahren und einem Unternehmen mit über 2500 Mitarbeitern ist es mir enorm wichtig, etwas zurückzugeben. Und zwar sowohl der „res publica“, also dem Gemeinwesen, als eben auch denjenigen, die mit dem Mut und Ideenreichtum neue Unternehmen gründen und bestehende weiterführen. Denn sie schaffen mit eigenem Risiko die Basis für den Wohlstand vieler. Leider wird das Unternehmertum in Deutschland, und insbesondere das mittelständische, viel zu gering – oder gar nicht – geschätzt, der Wohlstand unseres Landes hängt aber nicht an der medial zelebrierten Entwicklung des DAX, sondern in ganz überwiegendem Maße an den kleinen und mittleren Unternehmen und ihren Mitarbeitern.

 

Der MEGGLE Gründerpreis ist ja der am höchsten dotieren Gründerpreis in der Region. Was könnte aus Ihrer Sicht noch für junge Unternehmen getan werden?

Gerade junge Unternehmen sollten unterstützt, gefördert und auch gelobt werden. Denn nur wer sein eigenes wirtschaftliches Schicksal selbständig in eigene Hände nehmen will, wird Unternehmer. Das kann nicht gelehrt oder verordnet werden, das liegt in den Genen. Wichtig ist dabei, dass Freiheit einen Stellenwert in der Gesellschaft hat und Verantwortung etwas ist, was nicht der Staat für den einzelnen übernimmt, sondern eben das was der einzelne für sich und die ihm Anvertrauten. Gerade Familienunternehmen wissen das zu schätzen und unterstützen ja auf unterschiedlichste Weise Gründer und Jungunternehmer. Da ist der MEGGLE Gründerpreis nur ein Beispiel.

 

Die Gründerkultur ist insgesamt in Deutschland nicht sehr ausgeprägt. Woran liegt das?

Wie gesagt, der Wille zur Freiheit und der Mut zum Risiko und Entscheidungswille mit allen dazugehörigen Konsequenzen sind offenbar derzeit nicht so attraktiv wie eine vermeintlich sichere Laufbahn. Allerdings zeigt die Geschichte, dass gerade die nach Freiheit, Gestaltungsraum und Veränderung Strebenden einen größeren Beitrag zur Entwicklung der Menschheit leisten, als die, die schon nach der Ausbildung über die Höhe ihrer Rente nachdenken. Aber: Nicht jeder kann und soll Unternehmer werden, aber wer sich für den Weg in die Selbständigkeit entscheidet, muss mehr Akzeptanz erfahren.

 

Was raten Sie jungen Menschen, die gerne unternehmerisch tätig werden wollen?

Durchhaltevermögen ist der entscheidende Erfolgsfaktor, denn Gegenwind und Probleme sind Teil der unternehmerischen Herausforderungen. Aber: Der Erfolg lohnt alle Mühen und hier meine ich nicht nur den wirtschaftlichen Ertrag. Denn die entscheidenen Werte sind nicht bilanziert – und das sind tolle Mitarbeiter, gute Geschäftspartnerschaften und das Engagement für die Gemeinschaft.

 

Hierzulande werden gerne Manager mit Unternehmern verwechselt. Wo liegen die Unterschiede.

Beide sind tüchtig. Aber der Unternehmer trägt das Risiko, haftet mit seinem Vermögen, hat einen hohe Bindung zu seinem Standort und arbeitet naturgemäß an der Entwicklung des eigenen Unternehmens und seiner Mitarbeitern und nicht der eigenen Karriere.

 

Schenken Sie uns zum Schluss eine Weisheit für junge Unternehmer und Menschen, die mit dem Unternehmertum liebäugeln.

Ein Unternehmen hat das Recht auf sein eigenes „Leben“. Ich setze auf die langfristigen Perspektiven in der Unternehmensentwicklung, Quartalszahlen sind Momentaufnahmen, aber die echten unternehmerischen Entscheidungen entfalten häufig erst in der Zukunft ihre Wirkung. Und diese Entwicklung wird getragen von Mitarbeitern, die sich mit dem Unternehmen und den Zukunftsperspektiven, die es ihnen bietet, identifizieren.

 

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