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Mehr Leben

Ubi bene, ibi patria – Willkommenskultur statt Heimatrausch

Bergen+im+ChiemgauDer Dokumentarfilm „Das Golddorf“ zeigt, was passiert, wenn heimatverbundene Bayern mit heimatlosen Flüchtlingen vor einer schmucken Tourismuskulisse leben. In Bergen, einem 5000 Seelen Dorf im Chiemgau sind 50 Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Afghanistan in einem ehemaligen Gasthaus und Hotel untergekommen. Wie das Zusammenleben für die Einwohner und die von weit her unfreiwillig „Zugereisten“ aussieht, beschreibt der Film von Carolin Genreith und geht dabei auf die Suche nach dem Begriff „Heimatgefühl“. Er nimmt den Zuschauer mit in eine herrliche Landschaft, zu einer Fronleichnamsprozession oder an einen Stammtisch. Und er zeigt die Welt der Flüchtlinge, die in dieser wunderschönen Umgebung die Zeit totschlagen mit Warten und Hoffen auf eine sichere Zukunft.

Gelegentlich wird ja vor lauter Heimatverliebtheit und bayerischer Seeligkeit vergessen, dass der wirtschaftliche Aufschwung Südostoberbayerns schon einmal mit Flüchtlingen begann – die meisten Großunternehmen der Region sind hier von ausgebombten und geflüchteten Unternehmern gegründet worden. Heute liefern Sie zehntausenden Arbeit und Wohlstand – Begrüßungskultur zahlt sich eben menschlich und marktwirtschaftlich aus.

„Das Golddorf“ wird beim DOK.fest München (dem 30. Internationalen Dokumentarfilmfestival) am 11. und 13. Mai (in Anwesenheit der Regisseurin) und am 15. und 16. Mai gezeigt.

 

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